Reichensteuer

Reichensteuer ist die umgangssprachliche Bezeichnung für den Zuschlag von drei Prozent zur Einkommensteuer für Steuerpflichtige mit einem hohen Einkommen. Die Reichensteuer wurde mit dem Steueränderungsgesetz eingeführt und gilt seit dem 1. Januar 2007 für private Einkommen von über 277.826 Euro bei Ledigen und über 555.652 Euro bei gemeinsam veranlagten Eheleuten. Das bedeutet, dass dieses Einkommen mit dem Reichensteuersatz von 45 Prozent belastet wird. Im Vergleich dazu liegt der Eingangssteuersatz ab einem Einkommen von 10.347 Euro pro Jahr – dem Grundfreibetrag in 2022 – zwischen 14 und 42 Prozent. Bei letzterem handelt es sich um den Spitzensteuersatz ab 58.597 Euro zu versteuerndes Einkommen pro Jahr. Demnach handelt es sich bei der Reichensteuer nicht um eine eigene Steuer, sondern vielmehr um eine Erhöhung des Einkommensteuersatzes für höhere Einkommen.

Reichensteuersatz und Spitzensteuersatz erhöhen?

Im Angesicht von steuerlichen Mehrbelastungen durch Inflation und kalte Progression wird die Forderung nach einer Erhöhung des Spitzen- und Reichensteuersatzes lauter. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck brachte im Mai 2022 den Vorschlag, den Reichen- beziehungsweise den Spitzensteuersatz zu erhöhen, um dadurch Steuerentlastungen für einkommensschwache Personen zu ermöglichen. Nach einer Berechnung des Bundesfinanzministeriums müsste der neue Spitzensteuersatz dafür bei 57,4 Prozent ab einem zu versteuernden Einkommen von 80.000 Euro liegen. Maßnahmen wie diese befürworten auch Volkswirte. So sprechen sich 56 Prozent der Teilnehmenden am Ökonomenpanel des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung für eine Anhebung des Reichensteuersatzes ab einem Jahreseinkommen ab 278.000 Euro aus.